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Kapitel 15: KONTROLLE

Freitag, 11. April 2008 23:08

Ein heißes Eisen
Ein oft verwendetes, jedoch genauso oft missverstandenes Wort. Fragen Sie fünf Personen, was sie darunter verstehen und Sie bekommen 5 verschiedene Definitionen. Missverständnisse sind also vorprogrammiert und oft entsteht eine differenzierte Betrachtung darüber, wie man Kontrolle ausüben soll, bzw. wie man sich kontrollieren lassen möchte. Meist gehen davon emotionale Konflikte aus, die leider schwer zu reparieren sind, da das hier beschriebene Phänomen nicht bekannt ist und somit die Ursache woanders gesucht wird.
Auf den ersten Blick mag das belanglos erscheinen, aber wenn jemand ein „Macher“ ist, bzw. sein möchte, dann sollte er sich darüber im Klaren sein, dass stets auf die korrekte Definition von wesentlichen Substantiven geachtet werden muss, um somit eine Basis zu schaffen, auf deren man korrekt argumentieren kann und richtig verstanden wird.
Kontrolle hat zumindest in der deutschen Sprache zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen, die wir uns zunächst anschauen müssen, damit Sie wissen was ich unter Kontrolle, im Zusammenhang mit unserem Thema tatsächlich meine.
Die verschiedenen Bedeutungen von Kontrolle
Definition 1:
STEUERN, LENKEN, REGELN
oder: “Etwas unter Kontrolle haben“.
Aus dem englischen „to control“ oder „supervision“
Definition 2:
Aufsicht, Überwachung, Nachprüfung; Beherrschung, Gewalt
oder: “Soll/Ist Vergleich“.
Aus dem französischen „controlé“

Wenn sie zu einem Mitarbeiter sagen: „Dein Chef sollte dich besser kontrollieren“, dann erzeugt das kein gutes Gefühl bei ihm. Er denkt leider hierbei vielmehr an „Aufsicht“ oder an „er wird beherrscht“ als an „der Chef versucht die Sache in den Griff zu bekommen“.
Der Chef (insofern er ein Guter ist) wird aber lediglich dafür sorgen, dass der Mitarbeiter seinen Job gut machen kann und dabei erfolgreich ist. Er wird ihn also „steuern“ bzw. „lenken“.
Gute Kontrolle (gemäß Definition 1) in bezug auf „seine Ziele erreichen“ ist unabdingbar. Wenn man einen Teil eines Vorhabens, Projektes, etc. nicht mehr unter Kontrolle hat, ist fast immer das gesamte Ergebnis gefährdet.
Um jeden Bereich „unter Kontrolle“ zu haben, brauchen wir zahlreiche intelligente Messinstrumente, die einen Soll/Ist Vergleich (gemäß Definition 2) durchführen.
Mittels eines Projektplanes können wir das zwar gut steuern, aber was ist mit unvorhergesehenen Vorkommnissen? Es ist also wichtig einen gewissen Abstand zum Gesamtprojekt zu haben und sich dann von dort aus die einzelnen Projektteile und Problemzonen anzuschauen.

Gute Kontrolle
Gute Kontrolle zu haben heißt, die administrativen84 Aktionen erfolgreich und ohne umschweife durchzuführen, die notwendig sind um produktive Aktionen (kleine und große) zu einem guten Abschluss zu bringen; d.h. ein gewünschtes Ergebnis herbeizuführen, indem schon die Teilergebnisse qualifiziert werden.
Eventuell sollten Sie diesen Satz noch mal langsam durchlesen, wenn Sie jetzt lauter Fragezeichen im Kopf haben.

Kontrolle contra Träume?
Nun, bisher ist das alles wirklich ziemlich trocken und vielleicht haben Sie auch schon die Lust verloren, sich den Themen „Ziele“ und „Träume“ weiter zu widmen. Besonders diejenigen, die es lieben „aus dem Bauch“ zu entscheiden oder zu agieren, werden mir möglicherweise bis jetzt nur zähneknirschend gefolgt sein.
Selbstverständlich weiß ich, dass Träume sehr viel mit Emotionen (meist positive) zu tun haben, und wenn wir uns daran erinnern, dass hinzukommend ein missverstandenes Kontrollieren wenig nützliche Emotionen hervorruft, dann ist es vielleicht an der Zeit sich der Wissenschaft der Emotionen zu widmen. Deshalb habe ich diesem überaus wichtigen und notwendigen Bereich des menschlichen Daseins ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zum Kapitel: “Emotionen” - oder lesen im Buch …

Thema: 15 KONTROLLE | Kommentare (0) | Autor: Frank H. Sauer