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Kapitel 16: EMOTIONEN

Dienstag, 12. August 2008 18:51

Die Theorie
Sicherlich haben Sie schon mal was von „emotionaler Intelligenz“ gehört.
Zahlreiche Tests und Bewertungen sagen aus, dass es wichtig und gut ist, dieses Gebiet zu beleuchten und darüber Bescheid zu wissen. Ganz besonders als nach Erfolg strebender Mensch.
Ich bin zwar der Meinung, dass man das auch intuitiv wissen kann und das völlig ausreicht, um ein glückliches Leben zu führen. Es kann jedoch in der modernen, immer hektischer werdenden und oberflächlichen Welt nicht schaden, zumindest annähernd zu wissen, warum wir zeitweise mit schlecht kontrollierbaren Gefühlen konfrontiert werden und dadurch unser Handeln positiv oder negativ beeinflusst wird.

Was sind Emotionen?
Emotionen sind von der Natur gegebene, mehr oder weniger rationelle Reaktionsmechanismen, die sich teilweise auf den gesamten menschlichen Organismus auswirken. Meist ist es ein Überlebens- und/oder Schutzmechanismus der in Verbindung mit Kommunikation auch auf andere Lebewesen wirkt oder wirken soll.
Emotionen unterscheiden sich durch deren Stärke und Dauer sowie deren Sichtbarkeit und Ursächlichkeit auf die Auslöser. Beispiele:
- Angst, Furcht
- Wut, Empörung
- Zermürbtheit, Niedergeschlagenheit
- Freude, Heiterkeit
- Begeisterung
- Arglist, Bosheit
- Künstlerisches Ausschweifen, Enthusiasmus

Warum wir Emotionen überhaupt haben, ist selbstverständlich eine sehr interessante Frage, denn mancher würde sie gerne einfach abstellen, so wie manch anderes, was er nicht unter Kontrolle hat. Emotionen sind natürliche Überlebenshilfen, die zeitweise außer Kontrolle (gemäß Definition 1) geraten und dann das Gegenteil von dem bewirken, was eigentlich unsere Zielsetzung bzw. Absicht war.

Zur richtigen Zeit, die richtige Emotion
Es ist sehr gut, wenn man der Situation angebracht, die entsprechende Emotion auslebt. Es ist sogar überlebenswichtig und verhindert des Öfteren körperliche Krankheiten (wenn das die Ärzte wüssten).
Ich betone jedoch gerne, dass es sich nur dann um „gutartige“ Emotionen handelt, wenn sie der Situation entsprechen, d.h. angebracht sind.
Es ist ähnlich wie mit Nährstoffen oder Bakterien, die Gesundheit eines menschlichen Organismus zerstören aber auch fördern können.
Wenn die emotionale Reaktion zu lange dauert oder zu heftig ist, dann kann es zu noch schlimmeren Emotionen führen, für die es keine angebrachte Situation gibt.
Wenn eine Emotion nicht der Situation entspricht, kann sie sogar die Situation selbst auslösen, insofern die Person in ursächliche Handlungen ganz oder teilweise eingebunden ist. Beispiel: Wenn Sie beim Auto fahren Angst haben einen Unfall zu verursachen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer passiert, wesentlich größer.

Emotionen und Ziele
Was hat das nun mit Zielen zu tun? Eine ganze Menge: Emotionen fördern oder behindern Kreativität sowie die Fähigkeit konstruktiv oder destruktiv zu denken und zu handeln. Wie kann ich meine Emotionen nun so steuern, dass sie mir mehr nutzen als schaden? Das scheint nicht möglich, denn jeder von uns kennt Momente im Leben, wo er sich selbst nicht steuern konnte, es sogar anfangs als unangenehm empfunden wird Zurückhaltung dabei zu haben, was innen „brodelt“ heraus zu lassen, wenn man versucht sich unter Kontrolle zu bekommen.
Emotionen müssen raus. Das wissen auch Psychologen und stellen sich dafür gerne zur Verfügung. Leider sucht man diese Leute nur auf, wenn es darum geht, negative Emotionen oder Empfindungen zu behandeln bzw. die Probleme, die aus einem Rückstau entstanden sind zu lösen. Es wäre klüger man würde solche professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es darum geht die positiven Emotionen heraus zu posaunen, denn dann würde das Anstauen von negativen Emotionen verhindert werden.
Wir können also festhalten - und zwar ganz einfach ausgedrückt, dass es klug ist, sich darauf zu konzentrieren positive Reaktionen zu zeigen - in welcher Form auch immer. Denn damit öffnen wir den Kanal für unsere ganzen Empfindungen nach Außen. Ebenso das positive Wirken auf andere Menschen.

Unsere Lehrmeister in Sachen Emotionen
Wenn man Kinder beobachtet, kann man sehr deutlich sehen, dass bei fast allen dieser Kanal völlig offen ist. Sie sprudeln und freuen sich und zeigen somit ganz offen und ehrlich ihren guten Geisteszustand. Gemeint ist damit ihre Fähigkeit offen, frei und ohne Gegenbetrachtungen zu denken und zu handeln. Kinder wissen intuitiv sehr genau, dass dies eine Art der Offenbarung ist und dass sie dadurch auch sehr ursächlich ihr Umfeld beeinflussen können. Manchmal benutzen sie das sogar um Erwachsene zu kontrollieren. Wir „Grossen“ empfinden das als meist als sehr angenehm und umgeben uns gerne mit Kindern (vor allem mit kleinen), da sie eine große Energiequelle darstellen.

Die Hauptursache für emotionales Ungleichgewicht
Da Erwachsene nicht gerne beherrscht werden wollen - obwohl das durchaus nicht immer schlecht sein muss - wehren sie sich dagegen. Das können sie recht einfach, denn sie sind scheinbar klüger als die unwissenden Kinder und verordnen ihnen Verhaltensregeln. Diese Regeln sind sehr einfach und können im Prinzip leicht angewendet werden. Kaum jemand bemerkt, dass es sich dabei um das „klein machen“ eines Individuums - also seelische Unterdrückung - handelt, die gut getarnt als erzieherische und oft auch als pädagogisch wertvolle Maßnahmen gerechtfertigt werden.
Da Kinder zwar eine Menge Weisheit und Vernunft haben (das müssen Sie mir jetzt einfach mal glauben) aber leider kein Wissen, wie diese Welt mechanisch funktioniert, ist es ein leichtes nach mehr oder weniger heftigen mechanischen Ermahnungen die Sache wieder in den Griff zu bekommen. Die Kinder, die man nicht unter Kontrolle bekommt, sind schwer erziehbar und werden als Problemfälle eingestuft. Ist doch logisch. „Bist Du nicht willig, so brauch´ ich Gewalt!“
Im Laufe der Zeit werden Kinder mit merkwürdigen Regeln vollgestopft. Sie erkennen die Eltern und Lehrer in der Schule als weise Vorbilder an und nehmen nach und nach deren Weltbild in Empfang. Sie haben keine andere Wahl.
Es entsteht mit den Jahren des Heranwachsens ein emotionales Ungleichgewicht, da zum Beispiel schon sehr früh ein überschwängliches Herumtoben als nicht wünschenswert herabgestuft und letztendlich ausgeschaltet wird, bevor es ganz natürlich verschwindet.
Das ist nur eines von unzähligen Beispielen, wie ein menschliches Wesen während des Heranwachsens klein gemacht wird und sich somit letztendlich auf das niedrigere Niveau der Erwachsenen einpendelt.
Dann ist das Ungleichgewicht der emotionalen Freiheit erreicht, das viele zu Therapeuten oder andere Kompensatoren - wie Medikamente oder ähnliches - treibt.

Gefühle und Träume bewegen unsere Ziele
Einer meiner Mentoren sagte mir mal, um mich zu korrigieren: „Man darf einen Fehler niemals mit einem anderen Fehler kompensieren“. Ein sehr weiser Spruch, denn wenn man so verfahren würde, und das immer wieder, dann entsteht eine ständig größer werdende Abweichung von der Ideallinie, also ein Abstand zu den Naturgesetzen und Lebensprinzipien.
Ziele bestehen aus rationellen Überlegungen und aus emotionalen Beweggründen. Wenn wir uns rationell und intelligent eine erträumte Sache ausmalen, aber im Gegenzug negative Emotionen dabei haben, fällt uns das notwendige TUN viel schwerer.
Oft ist es eine willkommene Entschuldigung aus emotionalen Gründen versagt zu haben. Da es fast jedem so geht, stimmt auch fast jeder damit überein und so haben wir eine gute Rechtfertigung. Aus diesem Grund müssen wir unsere Emotionen wie hier beschrieben unter Kontrolle haben. Wenn wir das schaffen, werden die positiven Emotionen die negativen Emotionen teilweise oder ganz auslöschen.
Wenn wir kleine Teilergebnisse produzieren und uns somit in Richtung unserer Ziele bewegen, dann werden wir dadurch erfolgreicher und kompetenter, was zur Folge hat, dass Glücksgefühle (also positive Emotionen) entstehen. Dadurch löschen wir negative Impulse, die uns bisher “unten” hielten, aus. Wir müssen natürlich lernen, auch kleine Erfolge richtig zu feiern.
Selbstvertrauen und Stabilität stellt sich ein - Angst und Minderwertigkeitsgefühle verschwinden.
Ich habe Menschen erlebt, die aus verlorener Lebensfreude und Traurigkeit regelrecht explosionsartig erwacht sind, indem Sie ihren eigenen Zielen treu wurden und schon bei den ersten Schritten in Richtung des eigenen Zieles kleine, aber wichtige Erfolge sammelten.
Also lautet die Formel für das Kontrollieren von Emotionen:
„Unterdrücke niemals positive Gefühle, auch wenn es für andere vielleicht lächerlich oder störend ist. Somit erschaffen wir eine natürliche Balance zu negativen Gefühlen, die dann dadurch ein ausgeglichenes Spannungsverhältnis erlangen. Das schafft Dynamik und Ausgeglichenheit.“
Kurz: hohe Motivation durch wiederhergestellte Integrität.

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Thema: 16 EMOTIONEN | Kommentare (5) | Autor: Frank H. Sauer

Intuition

Dienstag, 15. April 2008 17:12

Unser Denken mit dem “rationellen Verstand” verhindet intuitives Wissen und Agieren. Intuition ist das wahre Erschaffen des eigenen “Seins”.

Wer intuitiv lebt und handelt, der ist wie ein Fluß, der seinen vorherbestimmten Weg geht und im Einklang mit der Umgebung ein schönes Bild zeichnet.

Frank H. Sauer

So stehts im Wörtebuch …

Thema: Definitionen (Wörter, Themen, Namen), Inspiration | Kommentare (2) | Autor: Frank H. Sauer

Kapitel 19: Die Erkenntnis

Dienstag, 1. April 2008 20:27

Schauen wir uns zunächst an, was das Wörterbuch (Duden) dazu meint:
Erkenntnis = Erkennung, Einsicht:
1. durch geistige Verarbeitung von Eindrücken und Erfahrungen gewonnene Einsicht (eine historische, gesicherte Erkenntnis; neue Erkenntnisse gewinnen; ich durfte mich dieser Erkenntnis nicht verschließen; nach den neuesten technischen Erkenntnissen; er kam zu der Erkenntnis, dass sie Recht hatte)
2. Fähigkeit des Erkennens, des Erfassens der Außenwelt (an die Grenzen der Erkenntnisse stoßen).

Aha, jetzt sind wir ein wenig schlauer. Wir betrachten uns das mal näher, denn auch hier ist es interessant, diesen Bereich genauer zu erforschen. Immerhin gehen wir fast permanent aber leider wenig bewusst mit Erkenntnissen um.

Die falsche Erkenntnis
Es gilt nun zunächst das Phänomen „die falsche Erkenntnis“ zu beleuchten.
Viele, von ihrem Ursprung her veränderte Religionen und Glaubensmuster bestehen aus solchen sehr erschreckenden scheinbaren Erkenntnissen, in dem sie verbreitet werden. Aber es sind eben nur „scheinbare“. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Mixtur aus Lügen und wahrem Wissen, was letztendlich im Chaos landet, das erstaunlicherweise nach Herrlichkeit aussieht.
Es wird angewendet, um vom wahren Geschehen abzulenken oder einfach um Macht oder Kontrolle auszuüben.
Dieser Zaubertrick funktioniert zum Beispiel auf folgende Weise:
1. Man erfindet zunächst Problem,
2. man dramatisiert es,
3. dann wartet man eine bestimmte Zeit, bis alles gewirkt hat,
4. dann löst man es
5. und gilt dann als unglaublich wichtig – nicht selten sogar heldenhaft.
Da das für den einen zu theoretisch und für den anderen vielleicht verrückt klingt, gebe ich Ihnen ein paar Beispiele. Viele weitere können Sie aus guter Geschichtsliteratur und - mit ein wenig Übung - auch aus der Tagespresse entnehmen.
Beispiel 1:
Am 27.02.1933 wurde der deutsche Reichstag in Brand gesetzt. Man erzählte den Menschen, es sei ein Anschlag von Terroristen gewesen. Man konnte somit leicht die Demokratie vollends in eine Diktatur umwandeln, um somit das selbst erfundene Problem zu lösen. Die Menschen in Deutschland hatten eine scheinbar „prima“ Regierung, die für Schutz und Ordnung sorgte. Heute ist bekannt, dass der Reichstagsbrand selbst gelegt worden war, als eine strategische Maßnahme, um den teuflischen Plan der Weltherrschaft durchzusetzen.
Beispiel 2:
Zahlreiche Medikamente haben große Nebenwirkungen. Diese sind dann mit anderen Medikamenten wieder zu heilen (u.s.w.). Also ist die Medizin gut – und wir freuen uns, dass es sie gibt. Das ist zwar nur z.T. korrekt, aber wer weiß heute noch welcher Teil der Medizin wirklich ethisch arbeitet und keine „selbsterfundenen Löcher“ stopft?
Beispiel 3:
Sie haben Streit mit einem Geschäftspartner. Dieser geht zu einem Rechtsanwalt und erzählt ihm, dass er nicht mehr mit ihnen arbeiten kann, da sich verschiedene Interessen gebildet haben. Der gegnerische Anwalt erzählt Ihrem Geschäftsfreund nun, dass er da bei verschiedenen Dingen aufpassen muss, ansonsten würde er irgendwann möglicherweise mittellos dastehen. Also schürt er Angst und zwangsläufig negative Emotionen in Ihre Richtung. Er führt ihn systematisch in einen „offiziellen“ Rechtsstreit. Somit löst er dann die Probleme, die er zuvor durch Propaganda selbst erschaffen hat. Alle derartigen Probleme ließen sich durch gute Kommunikation leicht lösen.
Uns wird jeden Tag eine große Menge Mist erzählt. Das ist für sich betrachtet noch nicht mal das Schlimmste. Nur wenn wir nicht genau hinterfragen und die tollen Storys glauben, dann sind wir Marionetten, da wir Erkenntnisse haben, die uns regelrecht eingepflanzt werden. Mit diesen falschen Erkenntnissen ausgestattet, waren und sind eine Menge Leute bereit, für eine angeblich gute Sache in den Krieg zu ziehen bzw. zu sterben.

Die richtige Erkenntnis
Eigentlich ist das jetzt einfach zu beschreiben, denn wir haben das Thema Wissen ausführlich behandelt und können somit eine neue Formel festhalten:
„Erkenntnis ist die Essenz von Wissen, welche augenblicklich da ist. Wenn Erkenntnis erlangt ist, wird das Wissen nicht mehr benötigt, da es jederzeit daraus abgeleitet werden könnte, wenn man es denn überhaupt noch bräuchte“.
Noch Fragen? Eigentlich klar - oder?
Wie bringt uns das jetzt weiter? Nun, vielleicht indem wir uns mal überlegen, wann wir das letzte mal eine Erkenntnis hatten und uns dabei spätestens heute bewusst werden, wie wertvoll das eigentlich war. Denn in diesem Moment habe ich eine Art „Erleuchtung“ gehabt. Also das „totale Wissen“.

Es macht einfach „Klick“
Eine Erkenntnis ist der Moment wo es Klick macht, der Groschen fällt, oder manche Leute sich sogar mit der Hand an die Stirn schlagen und dabei so was ähnliches rufen, wie: „oh Mann, na klar - ist doch logisch, - wie einfach, …“.
Kennen Sie das?

Erkenntnisse machen uns stark
Wenn Sie eine Erkenntnis haben, dann gibt es keinen Zweifel mehr über die betreffende Sachlage und somit werden sie stabiler als andere, die nur Wissen besitzen.
Wissen, das durch praktischen Einsatz in Erfahrung umgewandelt wird, nennt man auch Fähigkeit im Umgang mit der Sache.
Wir müssen also Wissen anwenden, um es in Erkenntnis (Fähigkeit, totales Wissen) zu verwandeln und jeglichen Zweifel abzuschaffen. Training, also wiederholtes Anwenden von Theorie, ist der Schlüssel für intuitives und vollautomatisches „Können“.
Damit ist der Kopf frei für die nächste Hürde bzw. das nächste Etappenziel, in Bezug auf das Erreichen von gesteigerter Kompetenz und Stabilität.
Zweifel heißt Zurückhaltung und Unsicherheit - Erkenntnis heißt siegesgewiss und stabil sein. Diese innere Sicherheit darf gerne auch intuitiv sein, wenn sie mit rationellen Überlegungen konform ist.
Oft fehlt dann nur noch eine kleine Sache, um unschlagbar zu sein: Mut.

zum Kapitel 20: “Mut”

Thema: 19 DIE ERKENNTNIS | Kommentare (0) | Autor: Frank H. Sauer