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Kapitel 05: “Die Beschaffenheit von Zielen”

Dienstag, 25. März 2008 7:40

Ziele sind etwas einfaches aber oft Verstecktes. Sie sind geistig mit uns stark verbunden, da sie ein Teil unserer Identität sind. Unsere wahren Ziele liefern sogar unsere Identität – unser ICH!
Ein Ziel ist leider oft verborgen, da wir uns mental meistens mit unnachgiebigen Gegenspielern auseinandersetzen müssen: den nicht vollständig abgeschlossenen Vorgängen.
Ein nicht abgeschlossener Vorgang ist ein Mini-Ziel das noch nicht erreicht ist. Es sind all die Dinge, die naturbedingt „in Arbeit“ sind, sich in Warteposition befinden, in unserem Kopf als Idee herum schwirren sowie natürlich auch Probleme, die gelöst werden müssen. – Kurzum, alles, was es noch zu erledigen (abzuschließen) gibt.

Viele verschiedene Ziele
Denken Sie jetzt bitte nicht, dass das nur auf Schreibtische und andere Arbeitsplätze bezogen ist. Auch und ganz besonders in privaten oder persönlichen Bereichen spielt sich dies ab. Gerne bezieht man das Wort „Ziele“ nur auf seinen Arbeitsplatz, wobei das persönliche Umfeld zu kurz kommt – auch dort gibt es viele Ziele, die es zu betrachten gibt, aber dazu erfahren Sie in späteren Kapiteln mehr.
Es gibt also verschiedenartige Ziele und Mini-Ziele; kleine, große, dicke, dünne, kurze, lange, schöne oder machbare sowie auch unliebsame Ziele. Manche von uns haben zum Beispiel 250 am Tag oder 1.000.000 im Leben. Das gibt uns zu schaffen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Da wir nur eine begrenzte Anzahl an Speicherplatz im Kopf zur Verfügung bzw. frei haben, liegt es nahe zu behaupten, dass wir keine Zeit (Kapazitäten) zur Verfügung haben, um ein Ziel bewusst, geistig “voll da” anzuvisieren. Nehmen wir mal an, Sie hätten gerade mal 3 Speichereinheiten oder Aufmerksamkeitseinheiten frei, würde das also bedeuten, wenn Sie mehr als 3 unvollendete Mini-Ziele haben, dann verlieren Sie die Aufmerksamkeit auf die großen Ziele.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Aus diesen Umständen lernen wir, dass es schlau ist, eine Technik zu haben, die uns in die Lage versetzt weit mehr als 3 “Dinge” im gleichen Zeitraum vorwärts zu treiben.
Diese Technik setzt sich aus folgenden Grundregeln zusammen:
1. Tun Sie immer nur eine Sache auf einmal!
2. Wenn Sie eine Sache begonnen haben, dann bringen Sie sie zunächst zum Abschluss, oder zumindest zu einem befriedigenden Zwischenergebnis, bevor Sie eine neue Sache beginnen!
3. Wenn Ihnen etwas begegnet, das Sie tun sollen oder müssen, dann tun Sie es bitte sofort. Nehmen Sie es sofort in Angriff. Hier können Sie die größtenteils bekannte 72-Stunden-Regel gerne vergessen, denn die Betonung liegt auf sofort.
4. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie die Sache angehen sollen, dann konzentrieren Sie sich zunächst nur auf den „nächsten Schritt“, den Sie bitte sofort tun.
Sie werden nach einiger Zeit feststellen, dass dies das ganze Geheimnis aller erfolgreichen Menschen ist.
Nun zurück zu den Zielen.
Die Bestandteile eines Zieles
Hier nun die in der Praxis taugliche Definition eines Zieles:
(1) Ein Ziel befindet sich immer in der Zukunft
(2) Es ist klar definiert bzw. messbar in Qualität und Quantität
(3) Es hat gangbare Wege zu dessen Erreichung; auch wenn sie anfangs schwer sichtbar sind.
(4) Es enthält eine feste Absicht es wirklich erreichen zu wollen.
(5) Es hat einen festgelegten Termin zur Erreichung.
(6) Es ist qualitativ und/oder quantitativ hochwertiger als bereits erreichte Zustände.
(7) Ein Ziel wird immer von einem vernünftigen Begehren (Grund, Zweck, Motiv) begleitet.

Wenn ALLE diese genannten Punkte erfüllt sind, haben wir ein Ziel!

Das heißt aber auch, wenn nur einer der oben genannten Punkte fehlt, dann handelt es sich nicht um ein Ziel, sondern eher um ein „es wäre schön wenn“ oder „vielleicht sollte man“ oder „es wäre echt phantastisch, wenn das so kommen würde“ – verstehen Sie was ich meine?
Wenn ein Ziel in oben aufgeführter Weise existiert, kann man immer sofort einen nächsten Schritt tun, der einen näher an das Ziel führt.
Dieser nächste kleine Schritt ist ein Mini-Ziel, das man so schnell als möglich erreichen sollte. Das heißt, man sollte diesen “offenen Vorgang” so schnell wie möglich abschließen.
Das ist auch die Grundlage von gutem Projektmanagement, dem wir uns hier nur spärlich widmen wollen, wobei diese grundsätzlichen Erkenntnisse dort eingesetzt werden können und sollen.

Die Facetten eines Zieles
Wenn es darum geht, irgend etwas zu erschaffen, erreichen oder zu haben, gibt es verschiedenartige Definitionen oder besser Unterarten von Zielen, die gerne miteinander verwechselt werden. Wir haben somit verschiedene Vorstellungen im Kopf, was ein Ziel ist und deswegen geraten wir schnell in Verwirrung, wenn es darum geht, eben das zu beschreiben wohin man will. Deshalb möchte ich hier die verschiedenen Facetten von Zielen aufzeigen und die allgemeinverständlichen Definitionen geben:

1. Goal
Das Spiel, der Treffer, der Sieg. Was das im Einzelnen bedeutet, wurde im Kapitel „Die Lebenskraft“, am Anfang dieses Buches, ausführlich beschrieben. Es ist das eigentliche Ziel, jedoch nur in seiner Endfassung.
2. Motiv
Das Motiv ist der Grund, warum man ein Ziel erreichen möchte – also das „Warum“.
Es wird gerne mit der eigentlichen Zielsetzung verwechselt, ist aber nur eine Art notorische Antriebskraft, die nicht immer selbst bestimmt ist. Deshalb ist es wichtig das Motiv zu überprüfen. Manchmal regt ein übertriebenes Sicherheitsgefühl dazu an, sich merkwürdige Ziele zu stecken. Sehr oft ist das Motiv ein völlig anderes als man selbst erwartet hat.
Unbewusst ist ein gesunder Mensch oft daran interessiert, dass andere auch Gesund sind und deswegen gibt es nicht selten Motive die sich um unsere Mitmenschen bemühen. Schutz, Austausch, Sicherheit, Wohlstand, Bildung und Kultur sind sehr oft genannte Bereiche, wenn man ehrlich hinschaut bzw. ein wenig bohrt. Aber es kann natürlich auch anders sein, ich möchte Sie hier nicht unnötig beeinflussen und Sie lediglich auffordern, Ihre Motive zu erkennen und zu beschreiben.
3. Szenerie
Die Szenerie ist das Bild, das wir im Kopf haben, an dem wir festhalten und gerne fixiert darauf zu gehen oder eben einfach nur davon träumen. Wir fühlen uns einerseits gut dabei, aber oft auch etwas mulmig, wenn es darum geht, sich Gedanken zu machen, was denn alles zu tun ist, um dorthin zu gelangen.
Die Szenerie besteht aus einer Art geistiges Bild, mitsamt dem Zubehör, zum Beispiel Töne, Farben, Gefühle, andere emotionale Zustände und oft auch Stolz sowie Glücksempfinden oder Wohlbehagen.
4. Strategie
Die Strategie ist der geniale Plan den wir im Kopf haben oder auch nur eine gute Idee. Wir glauben mit dieser Idee können wir es schaffen. Es ist leider ein Trugschluss, denn es bedarf meist mehr als einer guten Idee, um Ziele zu erreichen, obgleich man die natürlich auch haben muss.
Zur Strategie gehört auf jeden Fall ein Plan mit den zunächst wichtigsten übergeordneten Aktionen, die man erledigen muss, um vorwärts zu kommen.
Eine gute Strategie wird aufgrund von intelligentem Abwägen und ein Mindestmass an Kreativität und Wissen (siehe auch Kapitel „Wissen“) erarbeitet.

Im Grunde genommen sind alle oben beschriebenen Facetten eines Zieles Teile davon, die zur Zielerreichung benötigt werden. Im Idealfall kann man alle Teile zusammenfügen und man hat somit ein einziges klar definiertes Ziel, das aus dem
1. Goal,
2. dem Motiv (das Warum),
3. der Szenerie (ausgemaltes Ziel) und
4. der Strategie (genialer Ziele-Erreichungs-Plan)

besteht.
Wenn eines dieser Teile nicht vorhanden ist bzw. mit den anderen Teilen nicht harmoniert, dann ist das Ziel nicht klar und deutlich vorhanden und kann somit nicht wirklich erreicht werden.
Wenn jemand sagt: „mein Ziel ist es, glücklich zu sein“ – dann muss ich ihm leider sagen, dass mir dies zu wenig ist. Ich möchte den Grund erfahren (wenn auch nur Ansatzweise) und er soll es mir näher ausmalen sowie einen ersten Plan zur Erreichung - oder zumindest eine Idee dazu - vorlegen.
Es wird schon manchmal lustig, wenn man mir dann nach anfänglichem Zögern, dann zunächst stockenden Erzählungen und später mit glänzenden Augen die Sache euphorisch und bis ins kleinste Detail erklärt.
Überprüfen Sie deswegen diese Teilbereiche und feilen Sie daran, sie aufeinander abzustimmen bzw. Sie gründlich zu definieren.
Sie werden Augen machen!

Da ich die Dinge gerne kontrovers angehe (das haben Sie sicher schon gemerkt), wird die exakte Beschaffenheit eines Zieles im Kapitel „Probleme“ beschrieben. Haben Sie bis dahin noch etwas Geduld, denn wir müssen uns erst ein paar andere Dinge vorher anschauen.
Tauchen Sie zunächst in die Wissenschaft der „Wichtigkeiten“ ein.

… zum Kapitel 06: Wichtig oder nicht?

Thema: 05 BESCHAFFENHEIT VON ZIELEN | Kommentare (0) | Autor: Frank H. Sauer

Kapitel 01: Die Lebenskraft

Sonntag, 23. März 2008 12:24

„Das wertvollste, was ich je lernte, ist, wie ungeheuer wichtig das ist, was wir denken.
Wenn ich wüsste was Sie denken, wüsste ich, was Sie sind, denn Ihre Gedanken machen Sie zu dem, was Sie sind.
Durch die Veränderung unserer Gedanken vermögen wir unser Leben zu verändern.“
Dale Carnegie
 
Warum existieren wir?
Was für eine Frage! - Eine Frage, die bei den meisten Menschen zahlreiche Emotionen und auch Reaktionen hervorruft.
Grundsätzlich sollten wir festhalten, dass uns irgendeine Batterie speisen muss, wie wir es im Physikunterricht gelernt haben. Denn nichts regt sich ohne Energie. Wir haben dort weiterhin gelernt, dass Energie niemals neu entsteht, sondern lediglich umgewandelt wird. D.h. von einer Energieform in eine andere. Beispielsweise wird Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt, was Sie sich bei einer Windkraftanlage sehr gut verdeutlichen können. Benzin (ruhende Energie in Materie gebunden) verwandelt sich im Motor eines Fahrzeuges in Bewegungsenergie, sobald man einen sogenannten Katalysator hinzufügt.

Was treibt UNS an?
Nun, ich möchte diese Frage hier nicht gänzlich beantworten, denn das könnte man als anmaßend empfinden. Wir vereinbaren deshalb folgende logisch klingende Grundregel jedes Lebens, damit der Rest des Buches für Sie fruchtbar und garantiert gewinnbringend wird:
Eine Kraft, nicht physikalischen Ursprungs, veranlasst Materie das zu tun, weswegen diese oder eine stärkere Kraft Materie irgendwann einmal erschaffen hat. Diese Verbindung zwischen gesteuerter Energie und Materie hält sich offensichtlich schon eine sehr lange Zeit aufrecht und schafft einen Raum, in dem wir menschliche Wesen existieren und fortbestehen können.
Wem das zu hochtrabend ist, der nehme folgendes praktische Beispiel: Mit Gedanken (eine Art geistige Energie) bewegt man Dinge – wie zum Beispiel unseren Arm, der wiederum etwas anderes bewegt, beispielsweise ein Lenkrad eines Autos, usw.
Wir haben also eine Idee (geistige Energie) und die hat eine Kettenreaktion (materielle Bewegung) zur Folge, die uns ein Ziel (geistig und materiell) erreichen lässt. Wir wandeln also geistige Energie in physikalische Energie um. Ein solches Ziel ist nicht nur ein Ort, sondern auch ein Zustand, ein Produkt, kurz: ein gewünschtes Ergebnis, das hochwertiger ist als gegenwärtig erreichte Ergebnisse.
 
Verschiedene Begriffe für ein Ziel
Im Englischen nennt man ein Ziel auch “Target”. Wenn es jedoch darum geht in menschlichen Lebensbereichen, insbesondere im beruflichen Lebensbereich, ein Ziel zu erreichen, spricht man besser von einem „Goal“. Eigentlich ist ein Goal direkt übersetzt ein „Treffer“. Wenn zum Beispiel beim Fußballspiel ein Tor fällt, schreien viele Leute „GOAL“ statt Tor oder Ziel oder Treffer (natürlich nur in der englischen Sprache). Deshalb nennt ein ordentlicher hoch motivierter englischsprachiger Manager seine großen Ziele „Goals“.
Ich finde diese Bezeichnung besser als „Ziel“. Denn „Goal“ sagt mehr über den notwendigen Siegeswillen und die dazugehörige Bereitschaft, alles zu geben, aus. Ein Goal ist ein „erreichtes“ Ziel, während ein Target lediglich ein „anvisiertes“ Ziel ist. Der Unterschied ist der Zeitpunkt. Wenn wir mit dem Begriff Ziel in diesem Zusammenhang hantieren, dann denken Sie bitte an einen „Treffer“ oder eben an „das Goal“. Somit erreichen wir einen höheren, spielerischen Motivationsgrad. Diese Grund-Motivation ist notwendig, um sich an eine unerschöpfliche Energiequelle anzuschließen. 
  
Die Lebensenergie
In uns – und zwar in jedem von uns – steckt die Kraft, die jegliches Ergebnis erschaffen kann. Voraussetzung ist, wir erkennen und nutzen diese Energie, die aus uns selbst stammt und wenden diese intelligent an.
Dass man mit zunehmendem Alter Energie verliert ist nicht wahr. Wer damit übereinstimmt, beginnt zu verlieren und befindet sich auf direktem Weg zum geistigen Verfall. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn Sie sich an die Ratschläge in diesem Buch halten, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie erleben werden, wie Monat für Monat und Jahr für Jahr Ihre Energie stets größer wird und die Klarheit Ihrer Wünsche und das Verstehen Ihres Umfeldes wächst. Es kommt lediglich auf die Fähigkeit an, geistige Energie in physikalische Energie umzuwandeln. Daraus entsteht Gelassenheit gepaart mit Siegeswillen. Somit sind Sie unschlagbar.
Wir müssen dieser Energie zunächst vertrauen. Oder sagen wir einfach: Mit einem großen Stück Selbstvertrauen im Gepäck sind wir in der Lage sehr hohe Berge zu erklimmen, die von anderen Menschen oft nicht gesehen werden, da sie Ihren Blick woanders hinrichten. Sollten Sie das für totalen Blödsinn halten, legen Sie dieses Buch beiseite, denn es wird Ihnen in keiner Weise helfen und es wäre Zeitverschwendung es zu lesen. Wenn Sie mindestens zu einem Teil damit übereinstimmen, dann lesen Sie bitte weiter …
  
… im Kapitel 02: Wer Du bist.

Thema: 01 DIE LEBENSKRAFT | Kommentare (0) | Autor: Frank H. Sauer