Kapitel 17: MOTIVATION

Es wird viel geredet über Motivation. Besonders in der Wirtschaft, in der Chefs von hoch motivierten Mitarbeitern träumen, die den Laden schmeißen, anstatt die Motivation erst mal bei sich selbst zu fördern.
Besonders gerne heuern mich Manager an, um ihren Leuten neuen Elan und vor allem Linientreue einzuhauchen. Bei genauem Erörtern der Sachlage stellt sich heraus, dass der Chef selbst meist wenig Linientreu ist. Er rechtfertigt sich damit, seine Mannschaft sei eben ein schlapper Haufen. „Man muss denen alles dreimal erklären …“.
Kennen Sie das? Nicht nur Chefs geht es so. Auch bei der Erziehung von Kindern und besonders von Jugendlichen ist es manchmal zum Haare ausraufen.

Die exakte Definition
Bevor wir uns diesem begehrten Thema widmen, schauen wir uns an, was ein renommiertes Wörterbuch dazu sagt (Duden):

Motivation [latainisch]:
1. Summe der Beweggründe, die jemandes Entscheidung, Handlung beeinflussen; vgl. extrinsische, intrinsische Motivation.
2. Durchschaubarkeit einer Wortbildung in bezug auf die Teile, aus denen sie zusammengesetzt ist (Sprachwissenschaft).
3. das Motiviert sein; Ggs. Demotivation

extrinsisch [latainisch-französisch-englisch]:
von außen her [angeregt], nicht aus eigenem inneren Anlass erfolgend, sondern auf Grund äußerer Antriebe; Ggs. intrinsisch (Psychol.); extrinsische Motivation: durch äußere Zwänge, Strafen verursachte Motivation; Ggs. intrinsische Motivation.

intrinsisch [latainisch-französisch-englisch]:
von innen her, aus eigenem Antrieb durch Interesse an der Sache erfolgend, durch in der Sache liegende Anreize bedingt (Psychologie ); Ggs. extrinsisch; intrinsische Motivation: durch die von einer Aufgabe ausgehenden Anreize bedingte Motivation; Ggs. extrinsische Motivation.

Es gibt also zwei Arten von Motivation, was meist nicht umfassend bekannt ist oder beachtet wird. Tatsache ist, man kann in sehr unterschiedlichen Unternehmen beobachten, dass viel über das Thema gesprochen wird und zum Teil noch mehr an Zeit und Geld investiert wird, um alle Mitarbeiter zu motivieren.
Interessant ist, dass ein teilweise erreichter Motivationsschub gerade dann wieder nachlässt, wenn sich Situationen ändern. Das gilt für den Arbeitsplatz und uneingeschränkt genauso für das Privatleben.
Motivation soll die Effektivität steigern und dem Unternehmen mehr Schwung verleihen. Somit ist die Mannschaft schlagkräftiger und lässt sich nicht aus der Bahn werfen.
Genauso wie Motivation oft ansteckend sein kann, ist „De-motivation“ todsicher eine sehr ansteckende Krankheit. Dorthin müssen wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Ursachen von Motivationsverlust
Das Motivation schwindet kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Stress
  • Überlastung
  • Ziellosigkeit
  • Erfolglosigkeit
  • Krankheit
  • Drogen: Alkohol, Medikamente
  • familiäre Probleme
  • nicht verstanden werden
  • mangelhafte Kompetenz
  • fehlende Anerkennung
  • Depressionen
  • introvertiertes Verhalten
  • Abwertungen durch andere
  • Intrigen
  • Selbstabwertung

Diese Ursachen haben alle den gleichen Kern - einen gemeinsamen Nenner. Dies findet man leider nur heraus, wenn man sich der Sache ehrlich, unvoreingenommen und mit einigem Abstand widmet.
Ohne in die tiefe psychologische und esoterische Trickkiste zu greifen, widmen wir uns stattdessen dem logischen gesunden Menschenverstand, der oft brach liegt, da er keine Anwendungsplattform bekommt.

Motivationssteigerung
Motivation kann nicht dauerhaft gesteigert werden, indem der Fokus auf Motivation gewinnende Aktionen gelegt wird.
Der Schlüssel liegt in den Dingen die uns demotivieren , also müssen diese „herunterziehenden“ Einflüsse abgeschaltet werden.
Da nur wenige in der Lage sind das aus eigener Kraft zu tun, braucht er einen „Verbündeten“ an seiner Seite.
In Firmen ist es nützlich einen speziellen Ansprechpartner (eine Art Motivationsbeauftragten) zu etablieren, der allerdings sehr gut ausgebildet sein sollte (bitte keine Psycho-Theoretiker), und vor Ort dauerhafte Qualitätskontrollen und Korrekturen in bezug auf Motivation - oder „die gute Stimmung“ durchführt.
Grundlegende Themen für diesen Motivations-Trainer sind:

  1. Krisenmanagement:
    Das Krisenmanagement des Einzelnen und der Gruppe.
  2. Kommunikation:
    Das Fördern und Trainieren von effektivem Kommunizieren; zuhören können und andere verstehen lassen.
  3. Verantwortung:
    Das Aufgaben- und Ziele-Bewusstsein; persönliche und arbeitsbezogene Ziele entwickeln, pflegen und realisieren.
  4. Zusammenarbeit:
    Das Aufbauen und Organisieren einer Gruppe als dynamische Aktivität, in der die Mitglieder fähig und willens sind, Verantwortung zu übernehmen.
  5. Arbeitsmethodik:
    Persönliches Arbeitsmanagement; Arbeiten erledigen, statt Zeit und Arbeit verwalten.

Dem „Seminar kundigen“ Manager fällt hier womöglich auf, dass ich nicht die weit verbreiteten Motivations-Seminare erwähnt habe, bei denen man zum Beispiel Bäume raufklettern, über ein Drahtseil laufen oder ähnliche spektakuläre „Motivation gewinnende“ und „Teamgeist fördernde“ Aufgaben durchführen muss.
Abenteuer und Grenzgang zur Motivationssteigerung?
Ich habe kürzlich einen sympathischen Verrückten kennen gelernt, der in den Alpen lebt und von Beruf „Abenteurer“ ist, wie er sagt. Er veranstaltet Extremtouren in Bolivien in den Anden; das ist ein riesiges Gebirge in Südamerika. Er sagt, die Leute (Manager und VIPs) die seine Tour mitmachen sind nicht mehr die gleichen, wenn sie davon zurückkehren.
Ich finde das unheimlich interessant und spannend, aber ich glaube man braucht nicht unbedingt so weit zu fahren, um sich zu motivieren - oft reicht ein guter Coach, der mit einem durch den Wald spazieren geht und gezielte Fragen stellt, ähnlich wie die in diesem Buch.
Ich meine damit, dass man sich nicht unbedingt sehr weit körperlich hinaus bewegen muss, um mal raus zu kommen und sich seine eigene Situation von ganz weit weg zu beobachten - im Idealfall mit einem guten Stück Selbstkritik.
Ich weiß, dass fast niemand das von alleine kann und genau deshalb braucht er einen Coach, einen Mentor und einen Verbündeten, der es wirklich ehrlich meint.

Ich hoffe Sie sind jetzt nicht entmutigt oder demotiviert durch die vielen Themen und scheinbare Förmlichkeit, die so manchen überfordern könnte. Ganz besonders, da ich viele Bereiche des Lebens neu oder ganz anders beleuchtet habe.
Im Prinzip habe ich so manches Weltbild in Frage gestellt, was durchaus meine Absicht ist. Und genau deshalb erörtern wir nun den für viele spannendsten Teil dieses Buches - nämlich das Wissen.

Zum nächste Kapitel “WISSEN UND WAHRHEIT”

Autor: Frank H. Sauer
Datum: Sonntag, 28. Juni 2009 20:40
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