Kapitel 09: Fehler machen erfolgreich
„In den Zeiten außergewöhnlichen Wandels
ist es nicht so schlimm, wenn wir daran scheitern,
alles zu verwirklichen, was uns in den Sinn kommt -
schlimmer ist es, wenn uns nicht alles in den Sinn kommt,
was wir verwirklichen könnten.“
Dee Hock (Gründer und ehemaliger Chef von VISA international)
„Wenn du keine Fehler machen willst, dann tue lieber nichts, denn wer nichts macht, macht auch keine Fehler“ - haben Sie so was oder was ähnliches schon mal gehört? Sicher lacht fast jeder über derartige Sprüche, aber man sollte sich mal fragen, warum sie eine offensichtliche Daseinsberechtigung haben.
Ich mag diese destruktiven Sprüche nicht, da sie die Wahrheit verdecken. Es wird uns somit suggeriert, dass Fehler etwas Schlechtes sind - und das ist nicht wahr.
Fortschritt und Wandel heißt Fehler machen
Bis vor Beginn des Informationszeitalters (Telekommunikation, Handy, Internet, etc.) gab es keine großen Veränderungen. Die Dinge wurden immer so gemacht wie es schon die Vorfahren taten. Es gab also keine große Notwendigkeit für Wandel - und deswegen auch wenig Nötigung zum Begehen von Fehlern. Heute ist fast jedes größere Vorhaben anders zu planen, da „Rationalisierung“ das große Schlagwort ist. Leider werden auch viele funktionierende Dinge wegrationalisiert und das Entstehen von Fehlern ist vorprogrammiert.
Wenn es uns also nicht gelingt Fehler zu akzeptieren - oder besser zu respektieren, dann wird es auch keinen Wandel geben.
Der Vorteil von Fehlern
Fehler sind etwas positives, wenn man richtig mit ihnen umgeht.
Jeder Mensch, der sich weiterentwickelt, tut dies hauptsächlich durch Fehler, die er selbst begeht oder die andere vor ihm begangen haben und ihm als solche bekannt sind.
Fehler sind da, um etwas zu lernen, um die Naturgesetze zu erforschen und dann feste Regeln aufzustellen, nach dessen Verankerung Fehler in diesem Bereich natürlich nicht mehr erwünscht sind.
Interessant ist, dass jeder erfolgreiche Mensch eine Lebensgeschichte hat, die aus vielen Fehlern oder gar extremen Tiefschlägen besteht. Manche von Ihnen haben die reinsten Horrorgeschichten zu erzählen, was sie jedoch teilweise mit Stolz tun. Diese Menschen stehen über ihren Fehlern, in dem sie sie korrigierten und dadurch stabil erfolgreich wurden.
Wer Angst vor Fehlern hat, der hat diese Tatsache nicht verstanden und ist somit gelähmt, d.h. darin behindert, neue oder große Dinge zu tun, die ihn zum Wachstum und zum persönlichen Fortschritt führen.
Als Kind sind wir da noch sehr unbekümmert, zum Beispiel beim Laufen lernen, Sprechen lernen, Fahrrad fahren lernen, usw.
Dieses unbeschwerte „Lernen durch Fehler machen“ praktizieren wir solange, bis uns Fehler von außen nicht mehr gegönnt werden oder als unverzeihlich dargestellt werden.
Da wir als junger Mensch mit so einigen merkwürdigen dogmatischen Dingen übereinstimmen (müssen), akzeptieren wir die Tatsache, dass durch das Fehlen von Fehlern Perfektion erreicht wird. Perfektion ist allseits beliebt und gilt als kompetentes Auftreten. Wir sollten uns aber mit dem Gedanken anfreunden, dass Kompetenz nur durch Erfahrung in der Praxis und das damit verbundene Akzeptieren von Fehlern erworben wird.
Sehen Sie, wo hier also der Fehler im System ist?
Der ein oder andere Fehler wird zwar erkannt, jedoch nicht akzeptiert und deswegen einfach unter den Teppich gekehrt.
Man sollte einen Sport daraus machen, in einem Projekt Fehler bewusst mit einzubauen, mit dem Hinweis an alle Beteiligten, dass jeder mindestens drei grobe Fehler machen muss.
Einige große Leute haben schöne Sprüche zum Thema „Fehler“ verfasst, hier ein kleiner Auszug:
„Eine Fehlentscheidung auf Anhieb, spart immerhin Zeit.“
Helmut Nahr, Deutscher Mathematiker und Wissenschaftler, geb. 1931
„Man nimmt dem Menschen das Beste, wenn man ihn von seinen Fehlern trennen will.“
Karl Heinrich Waggerl, Österreichischer Schriftsteller, 1897 - 1973
„Mit all der Mühe, mit der wir manche unserer Fehler verbergen, könnten wir sie uns leicht abgewöhnen.“
Michelangelo Antonioni, Italienischer Filmregisseur, geb. 1912
„Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst frühzeitig zu machen.“
Sir Winston Churchill, Britischer Politiker, 1874 – 1965
„Ein Fehler, den man mit einem anderen Menschen teilt, verbindet tiefer als ein gemeinsamer Vorzug.“
Hermann Bahrl, Österreichischer Schriftsteller, 1893 - 1934
Weitestgehend aus der mangelhaften Bereitschaft eigene Fehler zu akzeptieren und daraus zu lernen, sie also mit einzukalkulieren und somit berechenbar zu machen, bekommen wir im Laufe der Zeit Probleme
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Oder lesen im Buch: Spielend zum Ziel - Das Realisieren von Träumen


