Kapitel 03: Die Falle (Verwirrungen und Verstrickungen)
„Dummes Zeug kann man viel reden,
kann es auch schreiben,
wird weder Leib noch Seele töten,
es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt,
hat ein magisches Recht:
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.“
Johann Wolfgang von Goethe
Jäger und Sammler
Wir leben in einer Welt, wo Jäger und Sammler mit Ihren grundlegenden Zielen ausgestorben sind. Die Zielsetzungen waren banal und immer gleichbleibend: „Als menschliches Wesen überleben“. Die Werkzeuge – Instinkt, Jagdwaffen, Erfindungsgeist – reichten fast immer aus, um all die Dinge zu tun, die persönlich wichtig waren. Wichtig für die Gruppe, der man angehörte, und sich selbst. Man hatte sich darauf konzentriert was wichtig ist, um möglichst gut und lange zu überleben.
Im Laufe der Jahrtausende und vor allem der jüngsten Jahrhunderte haben sich die Dinge verändert. Die Anforderungen an uns sind gewachsen und werden nicht mehr von der Natur vorgegeben, sondern müssen in mühsamen Prozessen gelernt werden. Besonders seit der Industrialisierung ist der Fortschritt der Veränderungen immer schneller geworden.
Da Fortschritt nicht gleichbedeutend ist mit „wir bewegen uns zielstrebig dahin wohin wir wollen“, bekommen wir im Laufe der Zeit einige Probleme - und die Probleme werden unsichtbar immer größer, obwohl scheinbar alles perfekt organisiert ist.
Die selbst ernannten Götter
Wir konzentrieren uns heute fast ausschließlich auf Dinge, die wir NICHT tun sollen oder dürfen, statt uns stärker mit denen von Natur aus funktionierenden Dingen zu beschäftigen.
Wir werden von Kindesbeinen an so erzogen und der demokratische Rechtsstaat tut das Übrige. Regeln, die uns Handlungen verbieten, bestimmen derart den Alltag, dass wir vollauf beschäftigt sind „Obacht“ zu geben.
Es ist so gut wie alles geregelt und perfekt inszeniert. Obendrein sind wir gegen fast alles versichert; zum Teil ist das sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Für Dinge, die wir innerhalb dieses Systems tun dürfen, benötigen wir Spezialisten, denen wir im Laufe der Zeit eine Menge Geld bezahlen. Institutionell anerkannte und organisierte Berater und Mediziner seien hier genannt und nicht zu vergessen rechtsstaatliche Aufpasser.
Eine sehr pauschale Aussage!
Betrachtet man die Sache jedoch mit einem gewissen Abstand - ich meine damit: betrachten Sie es doch mal vom Mond aus - ist es genau SO!
Nicht ablenken lassen!
Wer sich mehr als 10% seiner Zeit mit den Themen der oben genannten „Fachleute“ umgibt, bzw. diese Menge an Zeit für deren Gedankengut aufbringt, verschwendet mehr als die Hälfte seines Lebens. Also reduzieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf deren Botschaften und angeblichen Weisheiten!
Ich habe nicht die Absicht hier etwas unnötig in Szene zu setzen, sondern möchte lediglich auf Fakten verweisen, die jedem auffallen müssen, der sich das ganze wirklich mit reichlich Abstand genau anschaut.
Dieses System von Institutionen und Fachleuten ist von Menschen geschaffen worden, die es sicher gut meinten. Es ist jedoch nicht das System, das Kreativität und vor allem Individualität fördert. Sondern dies in vielen Fällen unterdrückt.
Um kreativ und intuitiv zu agieren brauchen wir andere Systeme, die auf einer Basis von Selbstbestimmung, gepaart mit menschenfreundlichen Glaubenssätzen funktionieren - davon aber später mehr.
Der Zeitverlust ist schon schlimm genug, aber es gibt etwas viel schlimmeres, was diese Leute erschaffen: „Verwirrung“.
Da jedes Problem eine Lösung hat und Lösungen immer Chancen zum wachsen sind, hat das ganze natürlich auch gute Seiten. Denn wer erkennt, dass das eine eigentlich unsichtbare „Falle“ ist, die uns schwer beschäftigt, und wer darauf hin beschließt nicht in diese „Falle“ zu gehen, der ist den meisten anderen Menschen um Nasenlängen voraus. Das bedeutet, dass er auf der einen Seite mehr Freiheiten für eigene Wünsche besitzt, jedoch auf der anderen Seite in gleicher Weise mehr Verantwortung für gesellschaftspolitische oder zwischenmenschliche Belange hat.
Meine Beobachtungen über die Machenschaften der oben beschriebenen Fakultäten und die daraus resultierenden Erkenntnisse gaben den Hauptanlass für dieses Buch und wie ich erst später feststellte auch für meine vergangenen Tätigkeiten als Coach.
Nicht in die Falle tappen
Lassen Sie uns die Situation näher beleuchten, denn es ist von überaus großer Bedeutung.
Wir wissen, dass es Ziele in verschiedenen Lebensbereichen gibt, die ich wie folgt einteilen möchte:
Körperliche Ziele
* Langes Leben (Mensch sein)
* Gesundheit (Vitalität)
* Fortpflanzung (Familie)
Geistige Ziele
* Forschen & Erschaffen (Kunst)
* Wissen (Weisheit, Wahrheit)
* Glück (Lebensfreude)
Daraus leiten wir ab, dass Erfolg grundsätzlich als abgeschlossener Ziele-Erreichungs-Prozess definiert werden kann.
Die Frage ist nur: „Wessen Ziele?“
Haben Sie schon mal eine längst überfällige Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht? – Kennen Sie das Gefühl, befreit zu sein? – Sie haben ein Ziel erreicht!
Frage: „War das Ihr persönliches Ziel?“
Antwort: „Nein!“
Sie sehen jetzt, wie die Falle gebaut ist. Sie erledigen sehr oft Dinge, die Ihnen als wichtig erscheinen, jedoch von außen diktiert werden.
Das sind nicht Ihre persönlichen Ziele. Selbstverständlich müssen Sie das trotzdem tun. Jedoch zum Selbstschutz oder auch Selbstachtung mit einer anderen Gewichtung und Geisteshaltung.
Meinen Schülern beim Training für das Selbstmanagement sagte ich sogar:
„Tun Sie diese Dinge als erstes“ – „Erledigen Sie diese banalen, unwichtigen Vorgänge immer sofort; bevor Sie dringend werden und dann mit den wirklich wichtigen Dingen verwechselt werden.
Die wichtigen Dinge sind diejenigen, die unsere Ziele kennzeichnen.
Die EIGENEN Ziele schriftlich verfassen
Es ist oft ein kleines Kunstwerk seine EIGENEN Ziele niederzuschreiben. Und genau als ein solches sollten Sie es ansehen.
Um den permanenten Einflüssen von anderen zu entfliehen, ist es nicht ratsam, diese zu ignorieren – sondern sie in die richtige Schublade zu tun. Die oberste Schublade ist für Ihre eigenen individuellen, wenn auch verrückten Ideen und Projekte reserviert, also Ihre persönlichen Ziele.
Zum Kapitel 03: “Persönliche Ziele”.



Dienstag, 17. Februar 2009 14:46
Guten Tag Herr Sauer,
ich bin durch einen Beitrag in der CelestineCommunity auf ihren Blog aufmerksam geworden.
Ich bin beeindruckt über ihre Gedanken und auch über die Tatsache, dass Sie ihr Buch in ihrem Blog veröffentlicht haben.
Ich möchte Sie und die Leser Ihres Blogs auf einen Beitrag in der CelestineCommunity aufmerksam machen, der meiner Meinung nach Beachtung verdient hat und für mich persönlich zu Ihrem Thema: Die Falle (Verwirrungen und Verstrickungen) passt.
Hier der Link zum Beitrag:
http://www.celestinecommunity.de/Forum/6._Das_Wertesystem_definiert_sich_neu/3965_Frei-tod_Selbst-mord_und_Stigmatisierung_.html
Mich hat der Beitrag so nachdenklich gestimmt, dass ich gar nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.
Alles Gute.
Lukas Hirsch