Mittwoch, 26. März 2008 17:07
Ziele haben Richtungen
Was wir bisher noch nicht beleuchtet haben, ist die Tatsache, dass die hier definierten Ziele, eine Richtung haben. Natürlich keine Himmelsrichtung, wie zum Beispiel ein Reiseziel oder eine Zielscheibe beim Bogenschießen, aber etwas Ähnliches.
Ein paar Verrückte behaupten, dass nur da Kreativität eingesetzt werden kann, um etwas neues, schöneres, brauchbareres, etc. zu erschaffen, wo zunächst Chaos herrscht. Dem ein oder anderen, der sich mit der Chaostheorie beschäftigt hat, müsste das bekannt vorkommen.
Eindringen oder durchbrechen von Hindernissen. Das ist zwar irgendwie logisch, bringt uns aber nicht weiter, wenn es darum geht, ohne Depressionen oder ohne andere Lasten zu erleiden, mit Leichtigkeit die eigenen Ziele zu erreichen und dabei möglichst wenig zu zerstören, da - und jetzt wird’s spannend - andere Menschen möglicherweise andere Ziele haben, die mit unseren kollidieren, obwohl keiner böse Absichten dabei hat.
Da fast alle unserer Ziele einen physikalischen Zustand erschaffen der eine gewisse Konsistenz haben soll, dringen sie also in etwas hinein, wo etwas anderes schon ist. Dabei ist es wichtig, dass das „Andere“ der neuen „Sache“ weicht oder sich mit ihr vereint.
Klingt das alles zu philosophisch? Dann lassen Sie uns doch mal praktischen Beispiele anschauen:
Wenn Sie in eine leere Tasse Kaffee hinein schütten, dann muss die Luft, die darin ist, raus. Das geht natürlich recht einfach und ohne Anstrengung. Wenn wir aber Luft in einen Berg schaffen wollen, dann kostet das eine ganze Menge Kraft, denn da müssen wir eine Menge fester Steine losschlagen und herausholen. Beide Prozesse haben die gleiche Zielsetzung, nämlich etwas hineinzubringen. Mit dem Unterschied, dass Luft herauszubekommen leichter ist als sie hineinzubringen.
Dieses Beispiel verdeutlicht warum manche Ziele nicht erreicht werden, obwohl sie von Grund auf logisch und lohnenswert sind, so wie zum Beispiel ein Tunnelbau, bei dem eine Menge Luft in den Berg hinein muss – und zwar von der einen bis zur anderen Seite.
Wir müssen uns also darauf einstellen, dass es Ziele gibt die unseren entgegenstehen. Manche sind sehr hartnäckig (zum Beispiel Steine), manche sind scheinbar nicht vorhanden (zum Beispiel Luft).
Wenn man also zum Mond fliegen will, ist das nicht deswegen schwierig weil man sich keine großen Ziele stecken kann (das wollen wir ja definitiv nicht zulassen), sondern weil es andere, entgegen laufende Ziele gibt. Die nennen wir Hürden oder Barrieren oder ähnliches.

Abbildung 2: Das fremde Ziel stoppt mein Vorwärtskommen, da es direkt auf mich zukommt. Ich erreiche meinen Zielort nicht – ich muss aufgeben.
In diesem Beispiel ist das extrem dargestellt, denn der entgegenkommende Pfeil hat die gleiche Länge; das bedeutet die gleiche Energie und/oder Geschwindigkeit, weswegen sich das Ganze – nach einem kräftigen Knall – in Luft auflöst. „Keiner gewinnt – alle verlieren“, wenn die Vernunft nicht siegt.

Abbildung 3: Das fremde Ziel durchkreuzt meine Bahn, es lenkt mich vom Weg ab. Ich erreiche meinen Zielort nicht, auch wenn ich weitermache.
Die Pfeile in den obigen Abbildungen sind gleich lang, d.h. die Kraft oder Energie ist gleich groß. Das kommt selten vor; tatsächlich sind die Kräfte meist ungleich und einer von beiden wird - nach einer kurzen Bremsung, Umleitung und einer anschließenden Kurskorrektur - siegen.
Das Kräftechaos
Etwas „peinlicher“ wird es bei dem Beispiel mit der Ablenkung oder Umlenkung, denn dort reicht oft nur eine kleine Kraft, um uns aus der Bahn zu werfen. Das ist um so schlimmer, je weiter entfernt der Zielort liegt und die Abweichung im Laufe der Zeit immer größer wird. Malen Sie sich das doch mal auf ein Stück Papier auf, um es sichtbar zu machen.
Hier ein Beispiel:
Sie wollen ein Haus im Süden kaufen, davon haben Sie schon immer geträumt. Das erzählen Sie einem Freund. Der findet die Idee grundsätzlich gut, aber gibt zu bedenken, dass Sie dann ihre Freunde nicht mehr so oft sehen werden.
Da ihnen diese wichtig sind, bekommen Sie ein ungutes Gefühl, bei dem Gedanken in den Süden zu ziehen. Sie beschließen, diese Angelegenheit erst mal ruhen zu lassen, blicken aber dennoch ab und zu in Prospekte (vor allem auf die schönen Bilder) und wenn Sie mal im Urlaub sind, dann träumen sie selbstverständlich weiter. Da Sie ein ordentlicher Mensch sind, ziehen Sie vor, Ihre Freunde natürlich nicht verlieren zu wollen – Sie sind mit der Situation aber irgendwie nicht zufrieden, aber irgendwann klappt das sicher schon mal (!?).
Natürlich ist in diesem Beispiel das Verlieren der Freunde nicht die einzige „Gegenbetrachtung“, gerade bei größeren Träumen gibt es sicher noch mehr, was einem entgegengesetzt ist. Ich habe aber bewusst darauf verzichtet, die Sache kompliziert zu machen. Gerne dürfen Sie sich Beispiele ausmalen, denn wenn weitere Gegenziele hinzukommen, denn dann wird es erst richtig spannend.
Was ist da also passiert? - Ihr Ziel richtet sich auf „ein Haus im Süden“ – was so aussehen könnte:

Abbildung 4: Häusergruppe in Andalusien, Sierra Cabrera (Foto: Swetlana Sauer)
Jetzt durchkreuzt Sie der Gedanke, Sie könnten Ihre Freunde und die Familie verlieren, wenn Sie nicht mehr regelmäßig in Ihrer alten Heimat sind, und außerdem könnten einige neidisch werden, usw.:
Also bekommen wir einen Verlust von vorhandenen Werten. Diese hypothetische Sache - der Verlust der Freunde - kommt quer auf sie zu, da es kein direkt entgegengesetztes Ziel ist, sondern nur eine Art Quer-Betrachtung, man könnte auch sagen ein Quer-Ziel.
Ziel weg aber der Traum bleibt
Fazit: Ihr Ziel ist - realistisch gesehen - weg, denn sie können scheinbar nicht beides haben. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.
Der Traum ist jedoch noch da, was ja klar ist, denn das ist ein Teil von Ihnen und nicht so leicht wegzudenken (zum Glück), aber die Sache scheint derzeit ausweglos, also gibt es keine ECHTEN zielgerichteten Aktionen, die Sie tun sollten, um Ihr Ziel tatsächlich zu erreichen.
Gegenziele
Es gibt zwei Arten von Gegenzielen. Die von der Natur gegebenen und die von Menschen gegebenen.
Auch andere Menschen haben Ziele, die unseren entgegengesetzt sind oder unsere Bahn kreuzen. Dafür gibt es sicher mehr Beispiele als Menschen.
Fremde Zielrichtungen entstehen auch durch falsche Kommunikation. Es ist daher wichtig, seine Ziele klar und deutlich zu kommunizieren. Das sollten Sie jedoch erst tun, nachdem Sie sich Ihr Ziel (wir reden hier besonders von den größeren) aufgeschrieben und somit manifestiert haben. Das heißt: Kommunizieren Sie Ihr Ziel zunächst sich selbst - Ihrem eigenen Verstand. Oft ist man nämlich überrascht, wenn man freudestrahlend jemandem von einer tollen Idee oder Vision erzählt und derjenige entweder damit gar nichts anfangen kann (was schon mal nicht schlecht ist) oder Ihnen leider erklären wird, dass das nicht so einfach ist, oder vielleicht sogar unmöglich. In diesem Moment läuft die Uhr gegen Sie, wenn Sie nicht sofort an Ihrer Zielrichtung, Zielgröße, Zieldefinition und die Absicht es erreichen zu wollen, festhalten, sind Sie ziemlich verloren.
Denken Sie jetzt bitte nicht, dass nur ein Ziel von Ihnen verloren ginge, nein, da jedes Ihrer Ziele ein Teil von Ihnen ist, haben Sie zumindest auch ein Stück von sich selbst verloren.
Sie bekommen im Laufe der Zeit in Ihrem Kopf (ich meine damit Ihren Verstand) Gegenziele „eingebaut“, die immer fester werden, je länger Sie mit dem Gegenziel auch nur teilweise übereinstimmen.
Sehen Sie diese „Gegenbetrachtungen“ als den gefährlichsten „Virus“ an, von dem ein Mensch je befallen sein kann. Er bekämpft unser persönliches Wachstum und unsere kreative, geistige Freiheit.
Es gibt keine „vernünftigen“ Gegenziele, außer sie sind die eigentlichen „guten“ Ziele. Aber das gehört zu den Themen Ethik und Moral, die erst in einem späteren Buch dieser Serie beleuchtet werden sollen.
So, wie lösen wir denn nun die Situation mit den Gegenzielen? Wenn wir uns das genauer betrachten, dann wimmelt es ja nur so um uns herum - wenn man dann noch das ganze juristische Bollwerk mit einbezieht und die Themen Geld, Liebe, Emotionen, Krankheit, … - es ist zum Haare raufen.
Die Lösung ist zwar ganz einfach - aber zunächst unsichtbar. Leider ist unser Verstand viel zu komplex und mit vielen komischen Sachen gefüttert, als dass wir „Schnipp“ machen und die Sache damit klar ist.
Die verrückte Lösung
Auch hier gibt es eine Formel, die richtig viel Sinn macht, wenn man betrachtet, was im späteren Kapitel Probleme steht (nur Geduld!):
Sie erreichen immer Ihr Ziel, in dem Sie durch Stabilität entwirren. Entwirrung heißt, alle entgegengesetzten Ziele in die von Ihnen vorgesehene Richtung umzulenken und sich die Energie des bisher entgegengesetzten zu nutze machen, um noch schneller Ihr Ziel zu erreichen. Sie etablieren damit die Fähigkeit bei jeder Gegenbewegung das Spielfeld und damit das Ziel zu vergrößern. Also: Entwirrung und Ausrichtung durch Vergrößerung.
Das hat nichts mit faulem Zauber, esoterischen oder psychologischen Tricks zu tun. Vielmehr mit der Ausnutzung eines Naturgesetzes und die damit verbundene Benutzung unseres, bis dahin brach liegenden, logischen Verstandes.
Steckenbleiben durch Übereinkunft
Die einfache Übereinkunft und Akzeptanz von Gegenzielen entspricht nicht dem gesunden Verstand bzw. Denken, weswegen dieser sich dann gerne zurückzieht indem er alle möglichen „scheinbar“ logischen Rechtfertigungen erfindet. Das funktioniert besonders gut, weil fast alle Menschen so funktionieren und in das gleiche Horn blasen. Da sehr viele falsche Weisheiten oder einfach „dummes Zeug“ aufgrund von einer allgemeinen Übereinstimmung aufrechterhalten wird, ist diese Falle sehr gut gebaut – und man merkt es noch nicht einmal bewusst.
Man wird sogar Teil der Falle, da man anfängt in das gleiche Horn zu blasen wie die ursprünglichen Gegner. Somit haben wir eine gute Rechtfertigung für das eigene Versagen.
Anders formuliert: wir haben unsere Bedeutungslosigkeit geschickt getarnt, in dem wir „konform“ sind, mit der allgemeinen Meinung, dass manche Dinge (eben diese, die wir eigentlich wollten) einfach nicht gehen.
Habe ich Sie ertappt? Dann ist das ein harter Schlag – voll ins Gesicht.
Vergrößern des eigenen Aktionsradius
OK, wenn Sie es also richten wollen, müssen Sie Interesse für die Ambitionen anderer haben und automatisch Verantwortung für ALLE Ihr Ziel tangierende Dinge oder Menschen übernehmen, da Sie in deren Territorium eindringen. Ansonsten lassen Sie zu, dass andere (Dinge oder Menschen) in Ihr Territorium eindringen und Sie werden zwangsläufig „schrumpfen“.
Ziemlich verwirrend? Dann lassen Sie es mich anders formulieren oder besser noch, anhand unseres Beispiels mit dem „Haus im Süden“, verdeutlichen:
Wir wollen also ein Haus im Süden.
Das geht nicht, denn dann würden wir unsere Freunde verlieren:
Haus im Süden = Ziel
Freunde behalten = Quer-Ziel
Siehe auch hierzu die folgende Grafik:

Abbildung 5: Vektorengrafik anhand des Beispieles „Haus im Süden“ & „Freunde verlieren“
Vergrößern des steckengebliebenen Zieles
Wenn wir jetzt über unser Ziel hinaus, Verantwortung für das Querziel übernehmen sowie für jede Person, die dieses Ziel auch hat, dann vergrößern wir unseren Verantwortungsbereich.

Abbildung 6: Die Kreise symbolisieren unseren Verantwortungsbereich. Der äußere, größere Kreis stellt den Bereich dar, in dem sich das Gegen-Ziel bzw. das Quer-Ziel befindet UND das Ziel, das unseren Traum (zum Beispiel „Haus im Süden“) ausmacht. Unser eigentliches, ursprüngliches Ziel ist kleiner als das somit erschaffene NEUE Ziel.
Die Lösung lautet also: „Wir vergrößern das Ziel“. Das klingt verrückt – oder?
Aber genau das ist die Lösung. Der Spruch „Geht nicht, gibt’s nicht“ hat sicher darin seine Begründung, obwohl das offensichtlich nicht bekannt ist. Gleichzeitig vergrößern oder vermehren sich einige andere Einflussgrößen, wie zum Beispiel:
* Zielbeschreibung
* Probleme
* Verantwortungsbereitschaft
* Einflusskreis (in diesem Beispiel: Personen)
* Fähigkeiten (benötigte Kenntnisse und Fertigkeiten)
* Experimentierfreudigkeit
* Wertigkeit
* etc.
Das wichtigste an dieser Vorgehensweise unser Spielfeld zu vergrößern, ist, dass wir nun mehr Verantwortung übernehmen müssen und genau dadurch fangen wir an unweigerlich zu wachsen. In unserem Beispiel könnte dann das neue Ziel heißen: „Ein Haus im Süden, in dem uns Freunde jederzeit besuchen können. Das bedeutet, dass wir zum Beispiel ein oder zwei Gästezimmer (im Idealfall mit eigenem Badezimmer) haben müssen“.
Das Ziel kann auch anders ausgeprägt sein, zum Beispiel: „Wir kaufen ein Doppelhaus, wobei wir die zweite Haushälfte an Freunde vermieten können, somit haben wir einen größeren Vermögenszuwachs, was ein positiver Nebeneffekt ist.“
Es sollte uns nicht überraschen, wenn weitere positive Dinge dabei herauskommen bzw. zusätzliche Probleme gelöst werden - also ebenso weitere Ziele erreicht werden, denn wenn wir mehr Verantwortung übernehmen und zielgerichtet einen größeren Einflussbereich positiv aktivieren, dann wird das oft honoriert – vom Schicksal oder so was ähnlichem.
Ein weiteres Beispiel:
Ausgangssituation:
Herr Maier arbeitet in einem Unternehmen in dem er sich seit einiger Zeit nicht wirklich wohl fühlt. Alle Versuche einen guten Job zu machen, werden ihm durch einige Vorgesetzte und Kollegen erschwert. Die Firma scheint insgesamt krampfhaft und schwerfällig zu arbeiten, obwohl Herr Maier sehr gute Lösungsansätze, zumindest für Teilprobleme. Man hört ihm nicht richtig zu und interessiert sich auch nicht wirklich für seine Lösungsvorschläge, wodurch keine Chancen zur Umsetzung bestehen. Das macht ihn sehr unglücklich und frustriert. Sogar seine Familie bekommt das immer öfter zu spüren und hat ihm schon die Gelbe Karte gezeigt. Er erreicht seine Ziele nicht.
Eine der möglichen Lösungen:
Er kündigt einvernehmlich mit der Geschäftsleitung und der Personalabteilung, mit der Aussage, dass Sie sich persönlich weiterentwickeln wollen und dazu eine Menge konstruktiver Ideen haben. Die Geschäftsleitung freut sich heimlich, denn sie wollten sowieso Personal abbauen.
Herr Maier schreibt fleißig an seinem Lösungskonzept und stellt fest, dass andere Firmen das auch benötigen könnten. Selbstbewusst, wie er nun seit der Kündigung geworden ist, bietet er das Konzept seiner alten Firma und zwei weiteren Unternehmen an. Wie durch ein Wunder hört man ihm nun zu und er gewinnt seinen ersten Kunden gegen gute Bezahlung - seine alte Firma. Er ist neu positioniert, man respektiert ihn und setzt schnell seine Lösungen um. Alle sind so zufrieden, dass ein anderes Unternehmen davon hört, das sich bei Herrn Maier erkundigt, ob er dieses Konzept auch an sie verkaufen wolle. Gesagt, getan - nun sind noch mehr Leute zufrieden.
Fazit:
1. Herr Maier ist glücklich, da er sein Ziel erreicht hat.
2. Seine alte Firma ist zufrieden, da sie jetzt eine echte Lösung hat (herrje, waren die vorher blind).
3. Eine weitere Firma ist sehr erfreut darüber, dass man ihnen schnell und kompetent geholfen hat.
4. Seine Familie ist glücklich, da Herr Maier jetzt zwar später, aber wieder zufrieden und glücklich nach Hause kommt und spannende Geschichten erzählt.
5. Herr Maier hat viele Perspektiven mit seiner eigenen Firma, da schon weitere Unternehmen nach der Lösung fragten.
Die Devise noch mal zusammengefasst:
Sobald Sie Gegen-Ziele oder Quer-Ziele verspüren, vergrößern Sie das Ziel (Spiel). Packen Sie die Gelegenheit beim Schopf - gerne mit dem Ausruf: „jetzt erst recht“ - nicht aus Trotz, sondern mit Siegeswillen. Somit übernehmen Sie mehr Verantwortung - auch für andere Lebensbereiche.
Seien Sie sich bewusst, dass Sie dadurch die Ziele anderer Menschen berücksichtigen müssen und kommunizieren Sie offen mit Ihren Verbündeten darüber.
Verantwortung ist ein Schlüssel zum Wachstum
Verantwortung ist also gut, wenn sie gepaart ist mit strategischer Einplanung von Gegenzielen und der Bereitschaft diese zu tolerieren. Das heißt mehr Ursächlichkeit über komplexe Situationen.
Ich möchte hier ein interessantes Zitat anbringen, das die Wichtigkeit von Verantwortung in Beziehung mit seinem Aktionsradius darstellt. Es ist beispielhaft dafür, wie viele grundlegende Missverständnisse wir in der heutigen, vermeintlich zivilisierten Welt haben:
Die Definition des Familienbegriffs durch einen Stammesältesten der Aborigines
(Aus dem Buch „Das Geld der Zukunft“ vom Autor Bernhard A. Lietaer)
Ihr Weißen versteht nicht, was wir mit „Familie“ meinen.
Nach der Geburt wird ein Baby seinen „Müttern“ übergeben. Damit ist nicht nur die Mutter gemeint, die es geboren hat, sondern auch ihre ganzen Schwestern und Tanten. Sie sind verantwortlich dafür, dass das Kind ernährt und geliebt wird.
Das Baby wird auch seinen „Vätern“ übergeben. Das sind sein biologischer Vater, seine Brüder und Onkel. Sie sorgen für das Kind und lehren es die Dinge, die es wissen muss. Alle anderen im Stamm sind Brüder oder Schwestern.
Wir finden es wirklich primitiv, wenn ein Kind nur eine Mutter und einen Vater hat!
In westlichen Gesellschaften haben viele Kinder nicht einmal beide Elternteile! Stellen Sie sich die Liebe, Unterstützung und Aufmerksamkeit vor, die ein Kind in einer Gruppe von Müttern und Vätern erfahren würde!
Anmerkung dazu von Bernhard A. Lietaer: Ist unsere Ansicht, dass zwei Eltern für ein Kind ausreichen, tatsächlich „primitiv“?
Vielleicht ist Existenzangst nur ein Bestandteil der westlichen Kultur und gar kein natürlicher Daseinszustand des Menschen.
Und nun zurück zu Ihren Träumen!
Nächstes Kapitel: “Verantwortung für mich“